Hamburg 2008-2013
KONZEPT
Mit dem disziplinübergreifenden Lehr- und Forschungsprojekt Universität der Nachbarschaften (UdN) wird eine vielseitig lernende Plattform eröffnet: Baustelle, Bühne, Labor, Interaktionsraum, Community Center.
Über einen Zeitraum von fünf Jahren verhandelt das Projekt Universität der Nachbarschaften (UdN) das experimentelle Erarbeiten und Erproben zeitgemäßer Bildungsformen an der Schnittstelle von Kultur, Wissen und Stadtentwicklung. „Universität“ verweist dabei auf die Frage, was Wissen unter der Behauptung einer „globalen Wissensgesellschaft“ sein könnte und unter welchen lokalen Bedingungen es entstehen kann – wie es in die Welt kommt. Und von lokalen Bedingungen handelt „Nachbarschaft“: von sozialen Beziehungen und Integration.
Den Ausgangspunkt der Auseinandersetzung bildet dabei eine gewöhnliche urbane Situation: ein ungenutztes und leerstehendes Gebäude, ein Zeichen des Nicht-Mehr und Noch-Nicht – das ehemalige Gesundheitsamt im Hamburger Stadtteil Wilhemsburg. Hier entwickelt die Universität der Nachbarschaften eigene Prinzipien des Arbeitens und Studierens, ein eigenes Curriculum: aktive Aneignung, reale Eingriffe in die Substanz des Gebäudes und dessen programmatische Nutzung. Möglichkeiten von Wissensproduktion und Wissensvermittlung werden dabei aus dem universitären „Elfenbeinturm” herausgeholt und in den Prozess einer konkreten urbanen Transformation verlagert. Im 1:1-Modus wird Gestaltung von Stadt – verstanden als vorhandenes bauliches, soziales, kulturelles und wirtschaftliches Geflecht – untersucht. Im Zentrum steht dabei ein Nachhaltigkeitsbegriff, der die vorgefundene Situation der Um- und Restnutzung eines Gebäudes aufgreift, dies in seinen ökonomischen Rahmenbedingungen thematisiert und daraus neue Handlungsformen zu entwickeln sucht. Dies bedeutet auch: Nachhaltigkeit entsteht hier nicht mit und aus Dingen, sondern aus Beziehungen, aus Nachbarschaft.
PROGRAMM UND ORT
Damit Nachbarschaft lebendig wird, braucht es Begegnung, braucht es Feste. Im Rahmen der Universität der Nachbarschaften (UdN) werden unterschiedliche Veranstaltungsformate realisiert: zum Kennenlernen, sich Einbringen und Verknüpfen der Nachbarschaft. Mit den Veranstaltungen werden die beteiligten Akteure und die einzelnen Phasen der urbanen Transformation vorgestellt. Dieser Prozess wird dabei selbst zum Ereignis: Zuschauer können den Prozess verfolgen – die Baustelle wird zur Bühne. Das Programm entwickelt sich im Spannungsfeld des Projekts Universität der Nachbarschaften (UdN), im Zusammenspiel unterschiedlichster Nachbarschaften – von Künstlern, Wissenschaftlern, Studierenden, Bewohnern, Initiativen und Institutionen.
INITIATOREN UND PARTNER
Das Projekt Universität der Nachbarschaften ist eine Kooperation der HafenCity Universität Hamburg (HCU), der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA) und Kampnagel Internationale Kulturfabrik. Gefördert durch Max Hoffmann GmbH & Co. KG.
UDN VERANSTALTUNGEN
Aktuelle Veranstaltungen der Universität der Nachbarschaften.
UDN LEHRANGEBOTE
UdN-Bauhütte
Im Rahmen des Wahlfachs UdN-Bauhütte setzen wir die unter dem Aspekt höchster wirtschaftlicher Effizienz und Nachhaltigkeit erfolgten bisherigen Umbaumaßnahmen in Wilhelmsburg fort. Unter realen Bedingungen werden die Planungen und Erkenntnisse aus dem UdN-Studio im Maßstab 1:1 auf der Baustelle umgesetzt. Weitere Informationen: UdN- Bauhütte (Sommer 2010).
UdN - Interkulturelle Praxis BA
Die UdN geht in die nächste Phase! Das fortlaufende interkulturelle (Re)Programming der UdN wird vervielfältigt. Inhaltliches Ziel ist es, die Heterogenität urbaner Vergesellschaftung als Praxis und als Potential aktiv in den Blick zu nehmen. Weitere Informationen: UdN - Interkulturelle Praxis BA (Sommer 2010).
UdN - Interkulturelle Praxis MA
Die UdN geht in die nächste Phase! Das fortlaufende interkulturelle (Re)Programming der UdN wird vervielfältigt. Inhaltliches Ziel ist es, die Heterogenität urbaner Vergesellschaftung als Praxis und als Potential aktiv in den Blick zu nehmen. Weitere Informationen: UdN - Interkulturelle Praxis MA (Sommer 2010).
UdN - HCU goes Wilhelmsburg
Wilhelmsburg befindet sich derzeit – wie kaum ein anderer Stadtteil Hamburgs – im Spannungsfeld von Verteilungs- und Selbstbehauptungsskonflikten, von Internationaler Bauausstellung und Gegenkultur, von Investorenplänen und Alltag eines interkulturellen Wohnstandorts. Die Planungsvorschläge argumentieren derzeit vor allem auf der Ebene der „Verbesserung“ eines „defizitären“ Stadtteils. Dabei bezieht Wilhelmsburg seine Stärke gerade aus dem Unfertigen, Undefinierten, aus seiner Vielfalt und seinen Brüchen. Die Entwicklungen in Wilhelmsburg sind von unterschiedlichen Einflüssen und Geschwindigkeiten bestimmt. Dieses M2 Projekt möchte diese Phänomene als ‚urbanes Wissen’ lesbar machen.Weitere Informationen: UdN - HCU goes Wilhelmsburg (Sommer 2010).