Quo Vadis Veringkanal? - Ein Kanal sucht seine Ufer
 2013

Student Projects

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Stadtentwicklung in Hamburg Wilhelmsburg am Beispiel des Veringkanals. Das Areal im Reiherstiegsviertel zeichnet sich durch seine Zugewandtheit und dem besonderen wechselseitigen Bezug der Stadt zum Wasser aus. In Wilhelmsburg, ähnlich wie in anderen Städten, hat dieser Bezug einen grundlegenden Wandel erfahren. So wurde aufgrund struktureller Veränderungen aus der früheren Wasserstadt, mit ihrem rein funktionalen und ökonomischen Bezug, vielerorts Industrie-Brachland. Im gleichen Zeitraum setzte eine Romantisierung des Elementes „Wasser“ ein und die spezifische Nähe zum Wasser wurde als Qualität für Städte wieder erkannt.
Im Zeitraum unserer Forschungsarbeit ereigneten sich am Kanal eine Reihe von Ereignissen die unser Interesse weckten. Die geplante Verlegung des Opernfundus auf das Gelände der ehemaligen Zinnwerke sorgte für eine groß angelegte Solidarisierungswelle im Quartier. Die Soulkitchenhalle, einer der bekanntesten kulturellen Orte der Elbinsel, wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das ansässige Künstlerkollektiv verbrachte im Anschluss den Sommer damit, ein Exil auf einer angrenzenden Freifläche einzurichten. Dazu kam an den heißen Sommertagen ein großes Fischsterben, was die Frage aufwarf: Was passiert hier gerade mit dem Kanal?
Anhand des Denkansatzes der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) machten wir eine imaginäre Reise und versammelten den Kanal mit seinen Ufern neu. Aufbauend auf Beobachtungen und Gesprächen wurden die Akteure sowie Aktanten identifiziert. Um potentielle Transformationen mit ihren Wirkungen möglichst gut greifbar zu machen, entschieden wir uns für die Ausarbeitung extremer Szenarien. In unseren Überlegungen drehten wir vor allem an einer Stellschraube – der Wasserqualität des Kanals. So kamen, durch die unterschiedlichen Konstellationen, jeweils Potenzialitäten zum Vorschein, welche bestimmte Akteure zur konkreten Ressource werden ließen, während andere wiederum das Feld räumen mussten.
Durch die anhaltenden Diskussionen um die Zukunft des Veringkanals wurde uns die realpolitische Dimension der Arbeit schnell bewusst. Als der Verein Elbinsel e.V. im September 2013 einen Pegelstand d.h. ein Bürgerforum zum Thema Veringkanal einberief, bot sich uns die Möglichkeit, unsere Extremszenarien einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Das vorhandene Interesse des Viertels am Kanal ist somit vor allem eine echte Chance, um das Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten, sowie den Umgang mit dem Erbe des industriellen Zeitalters neu zu denken.

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